Idee des Monats

Neu im Klimabündnis-Netzwerk: GRÜNSTATTGRAU – die Profis für Bauwerksbegrünung

Die Pflanzen von GRÜNSTATTGRAU beginnen ihre Kletterreise entlang der Fassade I Foto: Christine Kaindl

Neu im Klimabündnis-Netzwerk: GRÜNSTATTGRAU – die ganzheitliche Kompetenzstelle für Bauwerksbegrünung in Österreich. Wir haben mit Geschäftsführerin Susanne Formanek gesprochen, um zu erfahren, was ihr Innovationslabor so besonders macht und wie sie damit österreichischen Gemeinden und Städten helfen kann.

Warum gibt es GRÜNSTATTGRAU?

Bauwerksbegrünung leistet einen bedeutsamen Beitrag zur Klimawandelanpassung. Urbane Gebiete heizen sich durch Beton, Asphalt und Glas stark auf. In diesen städtischen Hitzeinseln schaffen Begrünungen als naturnahe Klimaanlagen Abhilfe und senken die Temperatur deutlich.

Aus diesem Grund haben meine Kollegin Vera Enzi und ich, Susanne Formanek, 2017 das Innovationslabor GRÜNSTATTGRAU gegründet. Wir sind Schnittstelle zwischen Netzwerkpartnern aus öffentlicher Hand, Wirtschaft und Forschung und leben Best-Practice-Sharing. Heute blicken wir bereits auf rund 100 Projekte zurück. Mit unserem zwölfköpfigen Team schaffen wir Bewusstsein für das Thema Bauwerksbegrünung, rollen Innovationen aus und beraten. Wir werden außerdem zu 50 % durch das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) und die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) finanziert. Unser Eigentümer ist 100 % der gemeinnützige Verband für Bauwerksbegrünung. Als nicht wirtschaftliches Unternehmen sind wir starke Befürworter der Open Innovation Strategie. Wir sind fest davon überzeugt, dass die besten Ideen nicht hinter verschlossenen Türen entstehen. Darum binden wir Forscher:innen, Kund:innen und Partner:innen gezielt in unsere Innovationsaktivitäten ein und leisten so unseren Teil, um die Klimakrise einzudämmen.

GRÜNSTATTGRAU Geschäftsführerin Susanne Formanek I Foto: Niko Formanek

Gibt es ein Projekt, das du besonders hervorheben möchtest?

Mit unseren 380 Netzwerkpartnern setzen wir viele Projekte um, aber auf eines bin ich ganz besonders stolz: Beim Projekt „50 Grüne Häuser“ haben wir gemeinsam mit der Stadt Wien 50 Grünfassaden-Module in Favoriten umgesetzt. Das verbessert die Luftqualität, kühlt in heißen Sommern und sorgt für ein naturnahes, gesünderes Umfeld in der Stadt. Was als Forschungsprojekt begann, ist heute Realität und hat unteranderem dazu geführt, dass die Förderung der Stadt Wien erhöht und bürokratische Hürden abgebaut wurden.

Wie könnt ihr Gemeinden in Niederösterreich bei der Bauwerksbegrünung helfen?

In diesem Bereich haben wir viele hilfreiche Angebote für Gemeinden und Städte, von gratis GreeningChecks, bis zur Städtekooperation mit vielen Vorteilen. Dazu gehört beispielsweise auch eine Förderaktion für Bauwerksbegrünung. Wir sind Profis in der Fassaden- und Dachbegrünung und helfen Gemeinden und Städten gerne weiter – mit Beratung, diversen Leitfäden und Weiterbildungen. Zusätzlich gibt es auf unserer Website den Green Market Report zum Download. Dieser gibt Aufschluss darüber, wie weit österreichische Gemeinden bei der Bauwerksbegrünung sind – das ist nämlich leider ein Bereich, dessen Bedeutung noch zu wenig erkannt wird. Gemeinden profitieren außerdem von unserem Gesamtsystem zur Fassadenbegrünung. Das Grünfassadenmodul „BeRTA“ lässt straßenseitige Fassaden rasch und kostengünstig ergrünen und ist damit eine ideale und einfache All-in-One Lösung für Städte und Gemeinden.

Foto: Christine Kaindl

Warum seid ihr dem Klimabündnis beigetreten?

Weil wir perfekt zusammenpassen. Für mich ist das Klimabündnis viel mehr als ein Netzwerk. Ich sehe es eher als eine Vision. Wenn man Teil dieses Netzwerks ist, ist man Teil einer Community. Ich hatte das Gefühl, wir passen ganz genau zu euch. Denn Kooperationen und das Teilen von Wissen sind unerlässlich, um die Klimaziele zu erreichen. Wenn sich viele mit einer Vision zusammentun, wachsen wir über uns hinaus und erreichen Dinge, die alleine unmöglich sind – und das wollen wir damit zeigen. Ansonsten haben wir in unserer Generation ein schöneres Leben gehabt als die nächste Generation, und das sollte nicht so sein.

Warum liegt dir das Thema Bauwerksbegrünung so am Herzen?

Ich habe darin meine Berufung gefunden. Für mich gibt es keine lebenswerte Stadt ohne grüne Fassaden und Dächer. Damit verschönern wir das Stadtbild und tun gleichzeitig etwas für die Klimawandelanpassung. Ich bin außerdem kein Fan davon, wenn Forschungsergebnisse in Schubladen vergammeln. Um der Klimakrise entgegenzuwirken, brauchen wir innovative Lösungen und wir müssen uns ständig fragen, wie wir Dinge anders, schneller und effizienter lösen können. Das macht GRÜNSTATTGRAU so besonders.

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