Im Rahmen des Interreg-Projekts „DeKLARed ADAPTRegions“ fand am 28. April eine grenzüberschreitende Exkursion mit über 60 Teilnehmenden aus Österreich und Tschechien statt. Ziel der Veranstaltung war es, konkrete Best-Practice-Beispiele für klimaangepasste Gemeinden und Regionen kennenzulernen und den fachlichen Austausch zu stärken.
Der Beginn unserer Exkursion führte nach Litschau, in die nördlichste Stadt Niederösterreichs. Nach einem Fachvortrag und einer Projektvorstellung von Andreas Bertsch (Klimabündnis OÖ) gaben Vizebürgermeister Johannes Heissenberger und KLAR!-Managerin Karina Zimmermann (KLAR! Waldviertel-Nord) einen Überblick über Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen in der Region.
Vizebürgermeister Heißenberger erzählt: „Wir merken schon auch eine starke Stadtflucht – viele Menschen zieht es aus den größeren, überhitzten Städten zu uns. Unsere Wälder und Teiche bringen eine natürliche Abkühlung.“ Litschau setzt auf vorausschauende Planung und enge Zusammenarbeit: Gemeinsam mit der KLAR! und relevanten Partnern wie Landwirtschaftskammer und Teichwirteverband wurden zahlreiche Projekte umgesetzt: z.B. der entsiegelte Hauptplatz, ein SDG-Wanderweg oder das Teichranger:innen-Programm.
Tiefere Einblicke in die Bedeutung und Bewirtschaftung der Waldviertler Teiche, ein landwirtschaftliches Kulturerbe von globaler Bedeutung, gaben Teichrangerin Birgit Hofbauer-Domin und Leo Kirchmaier (Geschäftsführer NÖ Teichwirteverband und Landwirtschaftskammer NÖ). Besonders hervorgehoben wurde unter anderem der Beitrag der Karpfenteichwirtschaft zur Biodiversität. „Kooperation und Kommunikation ist das Allerwichtigste. Die Zusammenarbeit mit der KLAR!-Managerin, den Gemeinden und weiteren Partnern hat uns sehr geholfen. Man muss die Lösungswege gesamtheitlich andenken und dann auch bereit sein anzupacken,“ betonte Kirchmaier.
Weiter ging’s nach Telč, wo ein besonderes revitalisiertes Gebäude besucht wurde. Das „Panský dvůr“, ein ehemaliger landwirtschaftlicher Komplex mit einer engen Verbindung zum historischen Stadtzentrum von Telč. Es wurde in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde zu einem multifunktionalen Gebäudearial u.a. mit Veranstaltungs- und Indoor-Naturspielplatz revitalisiert. Dabei wurden gezielt auf versickerungsfähige Oberflächen, Regenwassernutzung und Begrünung gesetzt. Anschließend führte Jirí Pykal, Vizebürgermeister von Telč, durch die denkmalgeschützte Innenstadt und erzählte von der Sanierung des Stadtamts, im Zuge dessen der Innenhof zu einer grünen Erholungsfläche für die Öffentlichkeit umgestaltet wurde. Ein Entsiegelungsprojekt findet außerhalb des historischen Stadtkerns statt: Hier wird statt grauem Beton ein versickerungsfähiger, begrünter Parkplatz mit großer Parkfläche entstehen.
Genau damit beschäftigen wir uns im Projekt: Wissen dazu wird aufbereitet und praxisnah erfahrbar gemacht.
Schwerpunkt liegt auf Schutzgebieten – sowohl Natur- als auch Denkmalschutz. Wir beleuchten Maßnahmen und Best Practice-Bespiele, mit dem Ziel, besser auf die Folgen des Klimawandels reagieren zu können.
Gemeinsam werden bewährte Ansätze, Herausforderungen und praktische Lösungen besprochen, damit Schutzgebiete auch in Zukunft lebenswert und erhalten bleiben.
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