Sieben neue Klimabündnis- Betriebe in der KLAR! Region

Sechs Tourismusbetriebe und das Wohn- und Pflegeheim Oberes Stanzertal setzen starkes Zeichen für Klimaanpassung.

Der Beitritt unterstreicht die Vorreiterrolle der Region im alpinen Klimaschutz.

Mit ihrer Aufnahme in das Klimabündnis-Netzwerk bekennen die Betriebe sich zu einer nachhaltigen, klimafreundlichen und zukunftsorientierten Entwicklung der Region. Die Betriebe haben sich in den vergangenen Monaten intensiv mit ihren Klimawirkungen auseinandergesetzt und konkrete Fahrpläne für mehr Nachhaltigkeit erarbeitet.

Der Beitritt der Betriebe wurde durch die Unterstützung des Tourismusverbands St. Anton am Arlberg möglich: Gemeinsam mit Klimabündnis Tirol entwickelten die Unternehmen individuelle Klimafahrpläne und definierten Maßnahmen in den Bereichen Energie, Mobilität, Beschaffung und Ressourcenschonung.

 

„Klimaschutz gelingt dann besonders gut, wenn er vor Ort gelebt wird. Die ausgezeichneten Betriebe zeigen eindrucksvoll, wie Verantwortung für Klima, Umwelt und kommende Generationen in der Praxis übernommen werden kann. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft im Stanzertal“,

betont Klimaschutzlandesrat und Klimabündnis-Tirol-Obmann René Zumtobel.

„Nachhaltigkeit ist längst ein entscheidender Faktor für die Zukunft des Tourismus. Mit ihrem Engagement übernehmen die Betriebe Verantwortung für die Region und stärken gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit. Dass wir diesen Prozess unterstützen können, freut uns besonders“,

sagt Gerhard Eichhorn, stellvertretender Geschäftsführer des Tourismusverbandes St. Anton am Arlberg.

Urkundenübergabe an das Wohn- und Pflegeheim Oberes Stanzertal.

Wohn- und Pflegeheim Oberes Stanzertal als Vorzeigebeispiel für Klimawandelanpassung

Im Rahmen der Aufnahmefeier präsentierte die Energieagentur Tirol die Ergebnisse einer dynamischen Gebäudesimulation des Wohn- und Pflegeheims Oberes Stanzertal. Die Untersuchung wurde im Rahmen des EU-Projekts MountResilience durchgeführt und analysierte, wie sich die steigenden Temperaturen auf das Gebäude auswirken. Ziel war es, Maßnahmen gegen sommerliche Überhitzung zu identifizieren und damit die Resilienz der Einrichtung gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Wohlbefinden an heißen Tagen bereits mit einfach umsetzbaren passiven Maßnahmen deutlich verbessert werden kann. Besonders wirksam sind die automatische Steuerung der bereits vorhandenen Verschattungssysteme sowie eine Absenkung der minimalen Zulufttemperatur der bestehenden Lüftungsanlage. Durch die Kombination dieser Maßnahmen lässt sich die Überhitzung im Gebäude deutlich reduzieren.

„Gebäude stehen im Zentrum der Energiewende und der Anpassung an den Klimawandel. Das Wohn- und Pflegeheim Oberes Stanzertal zeigt eindrucksvoll, dass die Energieeffizienz bereits mit gezielten Maßnahmen an bestehenden Systemen gesteigert und die Belastung durch sommerliche Hitze deutlich reduziert werden kann. Solche Projekte liefern wertvolle Erkenntnisse für weitere Gemeinden und Betriebe in ganz Tirol,“

erklärt LHStv. Josef Geisler, Energiereferent des Landes Tirol.

Auch die aktive Kühlung über die bestehende Lüftungsanlage wurde untersucht: Sie kann in Kombination mit den passiven Maßnahmen einen wichtigen Beitrag leisten, um das Wohn- und Pflegeheim an zukünftige Klimabedingungen anzupassen. Für den Außenbereich zeigt die Analyse zudem, dass zusätzliche Bäume den Innenhof weiter abkühlen und die Aufenthaltsqualität für Bewohnerinnen, Bewohner und Mitarbeitende steigern können.

„Die Untersuchung macht sichtbar, welche klimabedingten Herausforderungen künftig auf unsere Gemeinde zukommen können. Gleichzeitig erhalten wir konkrete und umsetzbare Handlungsempfehlungen. Das ist ein großer Mehrwert für Flirsch und zeigt, wie wichtig die vorausschauende Anpassung an den Klimawandel ist“,

sagt der Flirscher Bürgermeister Roland Wechner.

Regionale Zusammenarbeit als Erfolgsmodell

Für die KLAR! Arlberg Stanzertal ist die Auszeichnung ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer klimaresilienten Entwicklung der Region. Die Zusammenarbeit von Gemeinden, Tourismus und Betrieben ermöglicht es, Klimaschutz und Klimawandelanpassung gemeinsam voranzutreiben.

„Klimawandelanpassung entsteht nicht auf dem Papier, sondern durch kontinuierliche Verbesserung und gute Zusammenarbeit. Als KLAR! bringen wir die richtigen Menschen zusammen – und mit Partnern wie Klimabündnis und Energieagentur holen wir genau jene Expertise in die Region, die es braucht, um aus Ideen konkrete Maßnahmen zu machen,“

sagt KLAR!-Managerin Michaela Gasser-Mark.

Mit der Aufnahme der sieben Betriebe wächst das Netzwerk der Klimabündnis-Betriebe in Tirol auf insgesamt 240 an. Das Wohn- und Pflegeheim Oberes Stanzertal mit 35 Bewohnerinnen und Bewohnern ist die erste Pflegeeinrichtung im Klimabündnis-Netzwerk. Die Auszeichnung unterstreicht das gemeinsame Engagement von Wirtschaft, Gemeinden und regionalen Partnern für Klimaschutz, Anpassung an die Folgen des Klimawandels und eine nachhaltige Zukunft des Stanzertals.

Die neuen Klimabündnis-Betriebe:

• Wohn- und Pflegeheim Oberes Stanzertal (Flirsch)

• Afoch fei – das Landhaus (St. Anton)

• Alberhof (St. Anton)

• Haus Pepi Eiter (St. Anton)

• Lärchenhof (St. Anton)

• Lux Alpinae (St. Anton)

• Pension Bären (St. Anton)

Über 200 Tiroler Betriebe im Netzwerk

Die Betriebe sind nun Teil eines starken Netzwerks: Neben den über 1.100 Klimabündnis-Gemeinden, haben sich österreichweit rund 1.900 Betriebe der Klimabündnis-Idee verschrieben, über 240 davon in Tirol.

Global denken, lokal handeln.

Beim Klimabündnis wird das Motto „Global denken, lokal handeln“ wörtlich genommen. Eine globale Partnerschaft verbindet lokale Akteur:innen – wie Gemeinden, Betriebe oder Schulen – mit Organisationen im Amazonas-Gebiet in Brasilien. Gemeinsames Ziel der solidarischen Partnerschaft ist der Erhalt des Regenwaldes und der Rechte indigener Menschen. Gleichzeitig setzt sich das Klimabündnis für einen klimafreundlichen Lebensstil in Tirol ein.

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